
So früh wie möglich solltest du dir Gedanken über die Zeit nach der Uni und über deine erste Stelle machen. Auf diese Weise kannst du im Hinblick auf Karrierepläne dein Studium mit ersten Berufserfahrungen verbinden. Es ist jedoch möglich, dass dich dein Studium nicht zu einem genau definierten Beruf führt oder dass du nach deinem Abschluss Richtung wechseln möchtest. Plane das Ende deines Studiums auf jeden Fall im Voraus und lege deine kurz - und mittelfristigen Ziele fest, um eine schwierige Übergangszeit zwischen Studentenleben und beruflichem Alltag zu vermeiden.
Um eine zielgerichtete Strategie zu entwickeln, solltest du dich als erstes selber besser kennenlernen sowie deine natürliche Motivation und deine Interessen herausfinden. Berufsberatungsstellen können dabei eine wertvolle Hilfe sein. Sie können dich über Berufs- und Weiterbildungsmöglichkeiten ins Bild setzen. Ein Studienund Laufbahnberater kann dir helfen und dir beispielsweise durch Tests eine Richtung geben. Er kann jedoch nicht dein Traumjob für dich finden. Es ist deine Aufgabe, mit Hilfe seiner Denkanstösse herauszufinden, was dich interessiert und was nicht.
Sobald du ein paar Interessensgebiete gefunden hast, erkunde sie ohne abzuwarten. Du solltest Praxiserfahrung sammeln und in deinen Beruf eintauchen. Es ist möglich, dass der erste Versuch nicht überzeugend ist, aber wenn du dich durch Studentenjobs, Praktika, Career Fairs und weitere Veranstaltungen auf die Berufswelt sensibilisierst, findest du bestimmt die Richtung, die dir gefällt. Erkundige dich direkt bei den Unternehmen über die Berufsmöglichkeiten, die sie anbieten. Gleichzeitig ist es auch ein guter Vorwand, um Kontakt mit den Unternehmen aufzunehmen und dir so eine genauere Meinung über ihr Arbeitsgebiet zu bilden. Solche Nachforschungen sind mit einem grossen Einsatz an Zeit und Energie verbunden, der sich jedoch für die Suche nach deiner zukünftigen Stelle als entscheidend erweisen wird.
Viele Studierende arbeiten neben ihrem Studium. Auch wenn die finanzielle Situation in vielen Fällen der Grund für diesen doppelten Aufwand ist, sollte die daraus entstehende berufliche Erfahrung nicht unterschätzt werden. Durch einen Nebenjob oder ein Praktikum im Zusammenhang mit deinen zukünftigen Arbeitsstellen kannst du Neues lernen, bisher unbekannte Gebiete entdecken und dieses Sachwissen ausnutzen, wenn du dich für deine erste Stelle bewirbst. Auch wenn dich die Verantwortung und die Aufgaben, die dir in einer ersten Phase aufgetragen werden, nicht besonders interessieren, kann sich jede Erfahrung positiv auf deine berufliche Zukunft auswirken.
Aus diesem Blickwinkel kann sich ein Praktikum als besonders nützlich erweisen. Es geht in diesem Fall darum, den rein finanziellen Aspekt beiseite zu lassen, denn Praktika sind häufig unattraktiver als Nebenjobs. Die erworbene Berufserfahrung wird dennoch vorteilhaft sein, sobald du dich bewirbst. Vergiss nicht, dass dein zukünftiger Arbeitsgeber sich neben deinen akademischen Titeln auch für deine Praxiserfahrung interessieren wird. Das Vorurteil, dass Studenten in Theorien gefangen sind, ist leider tief verwurzelt. Du wirst deine Flexibilität und deine Effizienz bei der Arbeit beweisen müssen, indem du dein theoretisches Rüstzeug richtig einsetzt. Es kann sich lohnen, dafür auf deine Ferien zu verzichten oder sogar ein Semester zu verschieben, denn es ist in Bezug auf Erfahrung vorteilhaft und bietet dir die Möglichkeit, dich von den anderen Hochschulabsolventen abzuheben.
Nebenjobs oder Praktika, die du während deines Studiums machst, helfen dir ausserdem, ein Netzwerk aufzubauen. Praktika sind für deine Karriere sehr wichtig und du solltest ihnen bereits vor deinem Eintritt ins Berufsleben grosse Aufmerksamkeit schenken. Du wirst merken, wie sehr dir Praktika Türen öffnen können. Ein ehemaliger Arbeitskollege oder ein früherer Arbeitgeber kann sich als wertvoller Verbündeter herausstellen, um Informationen, vielversprechende Jobs oder entscheidende Kontakte zu erhalten. Auch durch Studentenverbindungen oder sogar durch Tätigkeiten ausserhalb der Universität - Freizeitbeschäftigungen usw. - kannst du dein Netzwerk vergrössern. Wenn du dich mit den richtigen Personen umgibst und ihnen deine Motivation sowie deine Interessen zeigst, wird deine Suche nach der ersten Stelle einfacher. Der Schlüssel zum Erfolg: Um etwas zu erhalten, muss man auch geben können. Anderes ausgedrückt, vernachlässige die Personen nicht, die dich ihrerseits um Hilfe bitten...