
Gleich viele Standpunkte zum Thema Arbeitslosigkeit wie Studenten auf den Stühlen der Hörsäle... Zurück zum gegenwärtigen Stellenwert der jungen Absolventen und zum neu in Kraft getretenen Gesetz.
Die unter 30-Jährigen seien am besten gewappnet, um sich den Tücken des Arbeitsmarktes anzupassen. Eine Feststellung, über welche sich viele Studenten uneinig sind. Die 15-24-Jährigen sehen sich einer kritischen Situation gegenüber. Im Verlauf von einigen Jahren ist die Arbeitslosenrate in dieser Altersgruppe rasant in die Höhe geschossen. Bei weitem nicht nur niedrig oder nicht qualifizierte Personen betreffend, schlägt dieses Phänomen stark auch bei Fachhochschul- und Universitätsabsolventen ein. Während es 2008 noch 9'286 waren, sind es im Februar 2011 bereits 21'280.
Abgesehen von der Konjunktur erwähnen die befragten Studenten oft ein strukturelles Problem: In der Schweiz wird es trotz einer hochwertigen Ausbildung immer schwieriger, eine erste Stelle zu finden, denn der Arbeitsmarkt wird immer stärker vom Wettbewerb geprägt. Man bemängelt bei den jungen Absolventen dauernd einen Mangel an Erfahrung. Beim Ausbildungsende nehmen viele eine Praktikumsstelle an. Doch nach 3 bis 5 Jahren der Aufopferung verweigern sie, weitere schlechtbezahlte Praktika anzusammeln, oder Stellen, die nicht ihrer Qualifizierung entsprechen, zu belegen. Ein Phänomen, das viele Studenten dazu bewegt, sich arbeitslos zu schreiben, während sie auf eine Wunderstelle warten.
Doch da verschlechtern sich die Perspektiven noch für die jungen Stellensuchenden. Sie sind in der Tat die Ersten, die von der Verschärfung der Bedingungen im Rahmen der vierten Revision der Arbeitslosenversicherung. Diese Veränderung macht es der studentischen Bevölkerung deutlich schwerer. Nunmehr müssen sich die unter 30-jährigen Arbeitslosen flexibel zeigen und auch mal eine Stelle annehmen, die nicht ihrer Ausbildung oder ihren Kompetenzen entspricht, um nicht benachteiligt zu werden. Dazu kommt, dass die stellenlosen Studenten sechs Monate warten müssen, bevor sie von der Entschädigung profitieren können. Ihr Recht auf Arbeitslosengeld erstreckt sich also zusätzlich nur noch über vier Monate, im Gegensatz zu einem Jahr bisher.
Kleiner Trost: während die Krise die jungen Absolventen beeinträchtigt, ist in ein, zwei Jahren Hoffnung wieder angebracht. Das Erscheinen neuer Bedürfnisse, massenhafte Rentenabgänge und angeeignete Fähigkeiten sind Faktoren, die dir erlauben werden, den Arbeitsmarkt mit mehr Zuversicht anzugehen.
In den Sozial- und Gesundheitsberufen sehen die Perspektiven sehr interessant aus, während industrielle und wissenschaftliche Bereiche eher von Stellenknappheit betroffen sind. Das Gros der zukünftigen Stellen findet man dann im Dienstleistungssektor, vor allem in Management- und Finanzberufen.