tipps > Heft 011

Die drei Stapel: ein Challenge

Der erste Eindruck ist besonders wichtig

Rekruitern müssen manchmal hunderte von CVs innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne lesen. Die Sortierung erfolgt also rasch und methodisch, indem man drei Stapeln zusammenstellt: diejenige Profile, die der Stelle entsprechen, diejenige, die nicht ganz passen aber als Reservisten behalten werden, und schliesslich diejenige, die nicht wählbar sind und die direkt in dem Papierkorb landen. Da sie erstmals jedes Dokument nur sehr kurz anschauen ist es sehr wichtig, auf ein paar Kleinigkeiten sorgfältig aufzupassen, damit du die besten Chancen hast, zur ersten Gruppe zu gehören...

Der Aufmacher, zweischneidiger Reiz

Um die Aufmerksamkeit des Rekruiters auf sich zu lenken und sofort den Ton angeben ist empfohlen, einen Aufmacher oben auf dem Lebenslauf zu inserieren, oder direkt nach dem Zivilstand. Ein kurzer Titel oder ein kurzgefasster Satz - höchstens fünfzehn Wörter - hilft dem Rekruiter helfen, dein Profil oder Berufsprojekt gleich zu erfassen. Der Aufmacher soll auf jede Kandidatur individuell angepasst werden und dient dazu, entweder die gezielte Stelle hervorzuheben, oder deine Stärken zusammenzufassen, ein angesehenes Diplom, eine bedeutsame Erfahrung oder noch eine seltene Kompetenz zu erwähnen. Um einen positiven Einfluss auf die Beurteilung des Rekruiters zu haben soll die Aussage prangend sein und Lust darauf geben, den Rest des Lebenslaufes zu reden.

Diese strategische Übung ruft um synthetisches Denkvermögen, da du ein paar Schlüsselideen finden musst. Du solltest auf jeden Fall nicht alles sagen, und noch weniger den Inhalt deines Lebenslaufes einfach wiederholen. Pass ebenso darauf auf, dass du keine Banalitäten wie "motiviert", "flexibel" oder "dynamisch" angibst. Ein schlechter Aufmacher kann auch deine Kandidatur völlig diskreditieren. Hier findest du ein Paar Beispiele für Aufmacher:

Freier Kolumnist
Tages Anzeiger, Blick, Heute

 

Ziel
IFür ihr Unternehmen vor der CA- Prüfung als Praktikant arbeiten

 

Informatikingenieur
PME-RISC IT-Sicherheit Spezialisierung

 

Dreisprachiger Marketing-Assistent
Englisch, arabisch


Das Layout als Bildvermittlung

Der Lebenslauf ist mehr als nur ein Faktenverzeichnis: es ist ein richtiger Kommunikationswerkzeug, oder sogar ein Werbeträger. Ohne den Inhalt zu betrachten zu brauchen kann der Rekruiter schon durch das Layout wesentliche Indizien über den Kandidaten erhalten, und sich einen ersten Eindruck machen.

Die Regeln betreffend die Form des Lebenslaufes hängen vom Berufssektor ab. Allgemein gesprochen kann man aber sagen, dass das Dokument unbedingt strukturiert und lesbar sein muss. Hauptsache ist, dass das Lesen leichter gemacht wird und dass man die wesentlichen Informationen leicht findet. Es gibt mehrere Methoden zur Hervorhebung der wichtigen Elemente: Farben und Kasten, typographische Variationen, Schriftgrösse oder Unterstreichung. Man sollte jedoch darauf aufpassen, nicht zuviel mit diesen Effekten zu spielen, weil es auch den Wert deines Lebenslaufes herabsetzen kann. Die Seite soll nicht überlastet wirken, es soll nur eine Grafik pro Information geben und das ganze soll möglichst sachlich bleiben.

Manche Branchen haben aber lockere Erwartungen. Darunter natürlich die Kreations- und Werbungssektoren, sowie auch, im geringerem Masse, der Kommunikationsbereich. Hier dient dein Lebenslauf als deine Visitenkarte und muss die Aufmerksamkeit des Rekruiters unbedingt auf dich lenken. Das Layout soll deine Originalität und deine Kreativität herausstellen. Für die wagemutigsten könnte man sich sogar ein Video-Lebenslauf vorstellen! Ein Vorgehen, das immer mehr von Kandidaten beliebt ist, und auch von den Rekruitern...

Auf jedem Fall geht es im Challenge der drei Stapel darum, dass du den Gleichgewicht zwischen Originalität und Einhaltung der impliziten RIchtlicnien findest. Dafür benötigt sichebenfalls eine intensive Vorbereitung,um die Kultur des Unternehmens unddas Profil der Rekruitern richtig zu verstehen, und folglich genau treffen zu können.


Wie original muss man sein?

Im Jahre 2009 gibt ein Mann in Frankreich Anlass zum Gerede. Nachdem er nichtmal ein Vorstellungsgespräch erhalten kann, entschliesst er sich, provokativ zu wirken. Jean-Pierre Martin stellt zuerst ein Video von sich selbst her, nackt, wo er den Arbeitgebern bietet, ihn "wieder anzukleiden". Sein Video-Lebenslauf ist jedoch ein richtiger CV, ziemlich wohl geraten. Seine Kampagne hört aber nicht auf; im September entscheidet er sich, in der Strasse als Plakatträger herumzulaufen, um Geschäftsmänner sein Lebenslauf eigenhändig zu unterbreiten. Die Medien, die er selbst eingeladen hatte, waren alle da. 

Sein Vorgehen hat sich schon ziemlich erfolgreich erwiesen, da die Tatsache rundum Frankreich bekannt war, und sogar auch in den Nachbarländern. Bedeutet das, dass man sich wirklich "entblössen" und einen Medienhype kreieren muss, um einen Job zu finden?

Im Jahre 2009 gibt ein Mann in Frankreich Anlass zum Gerede. Nachdem er nichtmal ein Vorstellungsgespräch erhalten kann, entschliesst er sich, provokativ zu wirken. Jean-Pierre Martin stellt zuerst ein Video von sich selbst her, nackt, wo er den Arbeitgebern bietet, ihn "wieder anzukleiden". Sein Video-Lebenslauf ist jedoch ein richtiger CV, ziemlich wohl geraten. Seine Kampagne hört aber nicht auf; im September entscheidet er sich, in der Strasse als Plakatträger herumzulaufen, um Geschäftsmänner sein Lebenslauf eigenhändig zu unterbreiten. Die Medien, die er selbst eingeladen hatte, waren alle da. Sein Vorgehen hat sich schon ziemlich erfolgreich erwiesen, da die Tatsache rundum Frankreich bekannt war, und sogar auch in den Nachbarländern. Bedeutet das, dass man sich wirklich "entblössen" und einen Medienhype kreieren muss, um einen Job zu finden?

Dein Lebenslauf muss dir gleichen, ganz egal, wie original er ist. Wenn deine Kandidatur Eindruck macht, sollst du dich dann auch gewachsen zeigen! Jean-Pierre hatte es gut getan - er hatte 25 Jahrelang im Eventsektor gearbeitet, und passte daher sehr gut zu seinem Lebenslauf und vor allem zu seine Kompetenzen. Du sollst unbedingt vermeiden, dass dein CV viel Effekt hat, aber dass du dann während dem Vorstellungsgespräch blass aussiehst. Rekruitern mögen es nicht, den Eindruck zu haben, getäuscht worden zu sein.

 
 
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