tipps > Heft 011

Der Lebenslauf, eine Konstruktionsfrage

Wie kann man den Rekruiter beeinflussen?

Ein Rekruiter braucht nur ungefähr 30 Sekunden, um zum ersten Mal ein Lebenslauf durchzulesen. Jedoch reicht es ihm völlig aus, um sich ein entscheidendes Bild des Kandidaten zu machen. Ein Paar Tipps, um diese erste Falle zu vermeiden.

Damit ein Lebenslauf auffällt, muss man zuerst einige Grundregeln beachten. Als Erstes: je kürzer, desto besser! Wenn dein CV mehr als zwei Seiten hat, besteht die Gefahr, dass die beste Argumente aufgrund der Vielzahl unklarer und unnötiger Informationen abgeschwächt werden. Frisch diplomierte Studenten, die nur wenig Erfahrung haben, sollten nicht mehr als eine Seite vorsehen. Dabei wirst du dein synthetisches Denkvermögen brauchen, um direkt zur Sache zu kommen.

Zweitens: pass auf den Look auf! Auf eine saubere Zeilenausrichtung, Lesbarkeit und auf eine kleine persönliche Note (Färbung oder sonstiges) darf nicht verzichtet werden. Ein Kunstwerk braucht es jedoch nicht zu sein. Rechtschreibfehler sind selbstverständlich verbannt.

Schliesslich musst du unbedingt kohärent sein: wähle eine Chronologie aus - in der zeitlichen Reihenfolge oder umgekehrt - und halte dich daran! Du sollst auch nicht zurück in der Vergangenheit gehen oder Elemente durcheinander bringen. Wenn eine Aktivität noch läuft ist es besser, "2004 - heute" zu schreiben, als ein Frageoder Leerzeichen zu lassen. Jede Unklarheit kann zufolge haben, dass deinen Lebenslauf im Papierkorb landet.

Rubriken - ein Schlussstein

Während einige Informationen fakultativ sind, wie das Bild oder die militärische Situation, sind andere hingegen unumgänglich. Zu jedem Lebenslauf gehören also:

  • Vorname und Name, sogar wenn diese Informationen schon im beiliegenden Bewerbungsschreiben stehen.
  • Vollständige, genaue und lesbare Kontaktdaten. Die E-Mail Adresse muss unbedingt sachlich und professionnell sein. Idealerweise besteht sie aus deinem Namen und Vornamen. Von Phantasie-Adressen soll abgesehen werden.
  • Familienverhältnisse und Alter. Ohne diese Informationen könnte der Rekruiter misstrauisch werden. Manche haben es lieber, wenn du dein Alter statt Geburtsdatum direkt gibst, um ihnen die Berechnung zu sparen.
  • Informationen bezüglich deiner Ausbildung. Wenn es sich um deine ersten Schritten im Berufsleben handelt kannst du diese Rubrik vor der, die deine berufliche Erfahrungen betrifft, erscheinen lassen. Schreibe das genaue Titel deines Diploms, der Name der Schule, das Erlangensdatum und eventuell die dazugehörende Auszeichnungen.
  • Berufliche Erfahrungen. Zu dieser Rubrik gehören Praktika oder Nebenjobs. Du sollst hier die Kompetenzen, die für dein Berufsziel von Belang sind, hervorheben. Ferienjobs können eventuell in einer zusätzlichen Rubrik (z.B. "andere berufliche Erfahrungen") erwähnt werden.
  • Hobbys. Sie dienen dazu, Indizien über deine Personalität zu geben und dich von den anderen Kandidaten abzugrenzen. Vermeide die üblichen Banalitäten und leg den Schwerpunkt auf allfällige kulturelle, assoziative oder sportliche Aktivitäten, die transversale Kompetenzen herausstellen können.
  • Beherrschte Sprachen müssen unbedingt im Lebenslauf aufgelistet werden. Du sollst deine Kenntnisse (schriftlich und mündlich) genau angeben und eventuelle Zeugnisse oder Sprachenaufenthalte dazufügen.
  • IT-Kenntnisse gehören auch im Lebenslauf. Auch wenn du dich nur in den üblichen Softwares auskennst gilt der Computer heute im Arbeitsmarkt als unumgänglich. Tadaa! Jetzt musst du nur noch deinen Lebenslauf wieder öffnen, diese Regeln anwenden und du brauchst dich dann nicht mehr vor dem Papierkorb zu fürchten!

Was mit den kleinen Lücken?

Eine Formation, die man nach drei Monaten aufgibt, ein Sabbatjahr, eine lange Babypause oder Krankmeldung? Keine Panik! Du brauchst nur, die Kursfehler positiv darzustellen. Folglich bedeutet ein Sabbatjahr zum Beispiel die Möglichkeit, eine Sprache zu lernen, eine Kultur zu entdecken oder sich einem zutreffenden Hobby zu widmen.

Du sollst aber dein Parcours nur diskret beschönigen, und nicht eine ganze Lüge aufbauen. Der Rekruiter wird es sonst während einen allfälligen Vorstellungsgespräch sofort herausfinden.

 
 
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