
So wie dein Auftreten und deine Gestik, hat auch deine Stimme Einfluss darauf, wie du von den anderen wahrgenommen wirst. Während eines Vorstellungsgespräches zählen deine Redegewandtheit und der Klang deiner Stimme, denn sie verraten deinem Gesprächspartner, wer du bist und wie du dich fühlst; Stress oder mangelndes Selbstvertrauen hört man sofort. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, das Image der Stimme durch gezieltes Training zu verbessern.
Natürlich kannst du sprechen, doch das heisst noch lange nicht, dass du es gut kannst und dabei einen optimalen Eindruck in jeder Art von Situation machst. Der stimmliche Aspekt ist mindestens genauso wichtig, wie die verbale Nachricht. Es heisst sogar, dass die Auswirkung einer Nachricht zu 75% von der Stimme abhängt: Spricht der Redner mit sicherer und resoluter Stimme, dann ist das Publikum eher von ihm überzeugt, als wenn er stottert und zögert. Wenn du einem Personalberater deine Ideen klar und deutlich, mit sicherer Stimme darlegst, wird er dir mehr Vertrauen entgegenbringen. Die Sprache ist ein wesentlicher Bestandteil deines Auftretens, sie macht dein Charisma aus. Imagespezialisten sprechen von der "3 S-Regel", die dazu führt, dass man entweder einen guten oder einen schlechten Eindruck auf jemanden macht: Sicht-Stimme-Sprache.
Weiters muss hinzugefügt werden, dass die Stimme in zahlreichen Berufen einen wesentlichen Bestandteil des Jobs ausmacht, wie zum Beispiel bei Berufen, die mit Kommunikation und Handel zu tun haben, oder bei Unternehmensleitern, Managern sowie Angestellten in Callcenters. Die Stimme ist also das A und O bei der Suche nach einem Job. Solltest du zum Beispiel einen Personalberater anrufen, so bist du einzig und allein auf deine Stimme angewiesen.
Abgesehen davon ist deine Stimme ein Werkzeug, das du täglich, in den unterschiedlichsten Situationen, verwendest. Ob du nun aus beruflichen oder privaten Gründen das Wort ergreifst, deine Stimme hat einen Einfluss darauf, wie du deine Ideen und Vorschläge präsentierst und wie sie von deinem Umfeld wahrgenommen werden. Wenn du deine Ideen dynamisch und selbstbewusst präsentierst, schenkt dir dein Publikum unbewusst mehr Aufmerksamkeit, als wenn jemand denselben Inhalt mit leiser und zögernder Stimme darlegt.
Deine Stimme verrät deinem Gesprächspartner, wie du dich fühlst und wie es dir geht. Ein Personalbewerber kann anhand deiner Reaktionen und Antworten auf seine Fragen erkennen, ob du gestresst, aufgeregt, verlegen, verhalten oder erfreut bist. Dass eine Person gestresst ist, erkennt man daran, dass sie zu schnell redet, abgehackte Sätze macht, oder stammelt. Daher ist es wichtig, sich beim Sprechen Zeit zu nehmen; es zeigt, dass du Vertrauen zu dir hast und dass du ausgeglichen bist. Dein Selbstvertrauen zeigt sich in der Art und Weise wie du sprichst. Wenn du mit klarer und lauter Stimme sprichst, zeigst du dich selbstsicher. Schüchterne Personen tendieren dazu, weniger zu artikulieren und man muss noch genauer hinhören, um sie zu verstehen.
Der Klang und die Farbe der Stimme hängen von der Morphologie der Stimmbänder ab. Die Tonschwankung hingegen, richtet sich nach der Intention des Sprechers - Fragestellung oder Überzeugung - und ist das Gegenteil einer monotonen Stimme. Mit Tonschwankungen kannst du deinen Sätzen Ausdruck verleihen.
Der Akzent ist eine Sprechweise, die von der Norm abweicht; Laute werden anders ausgesprochen. Die Sprachfärbung lässt darauf schliessen, dass jemand einer anderen sozialen oder geographischen Gruppe angehört, beispielsweise, ob eine Person jung ist, oder aus einer anderen Sprachregion stammt. Sollte dir dein Akzent unangenehm sein, so kann dir ein Logopäde dabei helfen, ihn loszuwerden.
Für ein Vorstellungsgespräch muss man sich genauso vorbereiten, wie für Prüfungen oder Sportturniere. Sich gut auszudrücken ist etwas, das man lernen und trainieren kann. Dabei können Sprech- und Atemübungen nützlich sein. Ein Stimmcoach oder Theaterkurse können dir dabei helfen, die richtige Stimmtechnik zu entwickeln und dein Selbstvertrauen zu stärken. Du musst deine natürliche Stimmlage finden, denn manche Personen sprechen mit einer viel zu hohen Stimme. Solltest du Probleme bei der Aussprache haben, kann auch hier ein Logopäde helfen, Fehler auszubessern.
Hastigkeit, Monotonie und zu schnelles oder zu langsames Sprechen hängen von der Atmung ab. Die Körperhaltung bestimmt deine Atmung. Atme tief ein, indem du Luft in den Bauch strömen lässt, dabei lässt du die Schultern locker und streckst den Brustkorb raus. Die Stärke deiner Stimme sowie deren Klangfarbe hängen von der richtigen Atmung ab. Oft hat man den Eindruck laut zu sprechen, obwohl dies nur selten der Fall ist. Durch lautes Sprechen verleihst du deiner Stimme mehr Ausdruckskraft und vermeidest Eintönigkeit.
Die Lautstärke hingegen, hängt nicht nur von der Stimme ab, sondern auch von deutlichem Sprechen und von einer normalen Sprechgeschwindigkeit. Durch deutliches Sprechen wirst du auch besser verstanden. Deutliches Sprechen kann trainiert werden und zwar, indem du einen Stift zwischen die Zähne nimmst und die Vokale und Konsonanten übertrieben aussprichst. Damit dein Vortrag lebendiger wird, variiere deine Sätze indem du einige Wörter betonst und zwischendurch Pausen einlegst. Während eines Vortrags oder einer Rede ist einem das Schweigen oft unangenehm und man versucht es durch Wörter wie ehm, also, tja und dann zu brechen. Vergiss aber nicht, dass Pausen sehr wichtig sind: Deine Zuhörer können dir besser folgen und du kannst deine Äusserungen auf sie wirken lassen.