Immer mehr junge Studienabgänger erkunden bei ihren ersten Schritten in der Arbeitswelt gleichzeitig verschiedene branchen. Stellt sich also die Frage nach der Vielseitigkeit des Lebenslaufes. Sind die Erwartungen diesbezüglich von einem personalchef zum Anderen unterschiedlich? um sich ein bild davon zu machen, hat unser Team die Abteilungen der Human Resources von verschiedenen wichtigen brachen aufgesucht. Hier einige Ausschnitte davon:
UHRENMANUFAKTUR JAEGER-LECOULTRE
Roland Cretin, Verantwortlicher der Human Resources: «Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es keine fixe Anleitung gibt, wie man seinen Lebenslauf verfassen soll. Ein Lebenslauf muss natürlich die berufl iche Laufbahn aufzeigen, die basisausbildung sowie Zusatzausbildungen des bewerbers, aber vor allem seine Werte ausdrücken. Der Lebenslauf ist wie das bild des bewerbers, seine Visitenkarte, um sich und seine Kompetenzen gut zu verkaufen. Darum ist es wichtig, einen kompletten Lebenslauf mit Foto auf papier auszuhändigen. Heutzutage hat ein Lebenslauf auf papier 80% Chance gelesen zu werden, die Aufmerksamkeit des personalchefs auf sich zu ziehen, eine beziehung aufzubauen und eine Anstellungsmöglichkeit mit sich zu ziehen. Hingegen sind Lebensläufe per Email oder Internet ein Mittel, das es dem personalchef erlaubt, Auswahlkriterien einzubeziehen, um Zeit zu sparen. Ein elektronischer Lebenslauf ist wie eine Maschine ohne Werte, ohne Wärme. Zum Schluss, erinnert euch daran, dass alle HR sich einig sind, dass in der personalvermittlung die persönliche beziehung entscheidender ist als die Exzellenz der Diplome.»
NESTLÉ
Camille Michel, Recruitment Competence Centre: «Der Lebenslauf soll vor allem strukturiert sein und es erlauben, schnell die punkte zu erkennen, die mit dem Job in Verbindung stehen, für den sich die person bewirbt. Manchmal muss man den Lebenslauf je nach bewerbung anpassen. Auch ist es wichtig, eine zu beladene Darstellung zu vermeiden, denn diese macht einem keine Lust, den Lebenslauf zu lesen. Ein gutes Foto - professionell und lächelnd - kann sehr geschätzt sein, da es das bewerbungsdossier persönlich macht. Man sollte aber lieber kein Foto hinzufügen als ein unpassendes.»
RINGIER SA
Jutta Wurz-Schilke, Chefin der Human Resources: «Ein guter Lebenslauf ist ein elektronisches Arbeitsangebot, einwandfrei und ohne Rechtschreib - oder Tippfehler. Die wichtigen Informationen - Kontakt, Name, Email, Telefon, Geburtsdatum, Nationalität - müssen oben auf dem blatt erscheinen. Man muss auch ein gutes Foto hinzufügen und um jeden preis "Fun-bilder" vermeiden. In meinen Augen sind Hobbies nicht interessant. Sprachkenntnisse, Diplome, berufl iche und schulische Ausbildungen oder auch berufserfahrungen sind hingegen hervorzuheben. Man soll sich für eine simple Grafik entscheiden. Keine Verschnörkelungen und Farben, ausser für Jobs, für welche dies wichtig ist, wie zum beispiel für eine Werbeagentur...»
NOUVELLE PLANÈTE
philippe Randin, Direktor: «Was den Inhalt betrifft, soll ein guter Lebenslauf natürlich die persönlichen Angaben, die Informationen zur Ausbildung und zu den Erfahrungen, etc. beinhalten. Die Form soll klar sein und übersichtlich, so dass man die gesuchte Information sofort findet. Die klassischen Angaben müssen erscheinen: persönliche Daten, Ausbildungen, Erfahrungen, Sprachen, andere Kenntnisse und Hobbies. unsere speziellen Erwartungen? Klarheit, prägnante und präzise Angaben und wenn möglich ein Foto.»
KPMG SA
Aurore Vallet, Spezialistin personalvermittlung und Marketing HR: «Ein Lebenslauf muss klar und logisch gestaltet sein, damit das Lesen angenehm und simpel ist. Die person, die ihn liest, soll Ihre Laufbahn und Ihre Kenntnisse, die Sie während Ihres Studiums, Ihrer berufl ichen Erfahrungen und diversen Aktivitäten erworben haben, verstehen. Strukturieren Sie Ihren Lebenslauf in verschiede Teile - Studium, berufl iche Erfahrungen, Informatikkenntnisse, Sprachkenntnisse, etc. - und respektieren Sie die chronologische Ordnung der erhaltenen Diplome und Erfahrungen. Was die Form betrifft, kann diese unterschiedlich sein, je nach Stelle, für die Sie sich bewerben. Für einen Grafikberuf kann eine originelle Form erwünscht sein. Aber in den meisten Fällen ist eine simple und neutrale Form sehr zu empfehlen. Folglich sollten Sie sich für eine klassische Schriftart und für die Farben schwarz oder grau entscheiden. Wenn Sie sich für eine Stelle bewerben, bei der das Aussehen eine wichtige Rolle spielt, ist ein Foto notwendig. Für alle anderen berufe bleibt das Hinzufügen eines Fotos Ihre freie Entscheidung. bevorzugen Sie auf alle Fälle ein Foto mit neutralem Hintergrund und gepfl egtem Erscheinen, um eine professionelle präsentation zu bewahren.»
RTS - SCHWEIZER RADIO UND FERNSEHEN
Joëlle Höfelmann, Chefin der Entwicklung HR: «Ein guter Lebenslauf muss auf alle Fragen antworten, die der personalchef stellen könnte. Einige bewerber ziehen es zum beispiel vor, ihr Alter nicht zu erwähnen, aber wenn der personalchef diese Information als wichtig empfindet und sie nicht findet, kann sich der Lebenslauf schnell auf dem falschen Stapel befinden. Ein Foto ist meines Erachtens nicht notwendig. Der Kopf hat mit den Kompetenzen nichts zu tun. Allerdings teilen nicht alle personalchefs diese Meinung. Einige bewerber erwähnen ihre Ziele; dies ist eine gute Taktik, wenn die Firma eine Korrelation findet mit ihren spezifischen Erwartungen. Für junge Studienabgänger ist es besonders wichtig, ihre speziellen Erfahrungen zu betonen, die ihre Kompetenzen und persönlichkeit erkennen lässt. Man soll sehen können, was sie ausser ihrem Studium zu bieten haben.