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Ist das Outfit angemessen, die Stimme sicher und der Lebenslauf lückenlos präsentiert, hat der Interviewee bereits einige Hürden genommen. Doch ein Vorstellungsgespräch ist erst offiziell zu Ende, wenn die Tür hinter ihm geschlossen wird - was muss gegen Schluss beachtet werden? |
Ein Vorstellungsgespräch läuft meist nach gleichem Schema ab. Die Gesprächspartner begrüssen sich, das unternehmen stellt sich kurz vor, der Interviewee präsentiert sich und beantwortet Fragen zu Werdegang und Kompetenzen. Anschliessend folgt ein Schlussteil, der ebenso wichtig ist. Zum Gesamteindruck, der beim Interviewer hinterlassen wird, zählen auch die letzten Minuten inklusive Verabschiedung.
Oft erhält der Interviewee gegen Ende die Möglichkeit, letzte Fragen zum unternehmen zu stellen. Es empfiehlt sich, vor dem Gespräch abzuklären, ob es in Ordnung ist, Notizen zu machen. So können Fragen laufend aufgeschrieben und am Schluss gestellt werden. Dies wirkt seriös und zeugt von Interesse. Vielleicht wird ein Rundgang durch das unternehmen angeboten, was die Möglichkeit bietet, einen besseren Eindruck zu bekommen. Die Frage danach, ob man wohl den Job bekommt, sollte man sich selbstverständlich verkneifen.
Sind die Fragen auf beiden Seiten hinreichend geklärt, kommt es offi ziell zum Abschluss, und es wird noch etwas Small Talk betrieben. besonders bei Geschäftsleuten ist Small Talk eine enorm wichtige Eigenschaft, die im Vorstellungsgespräch ebenfalls geprüft wird. Es wird klar, ob der bewerbende über soziale Kompetenz verfügt, und ob er auch in Stresssituationen souverän Gespräche führen und seine eigenen Interessen vertreten kann.
Ein guter Small Talker hört aufmerksam zu und stellt Rückfragen. Wird eine Frage an ihn gestellt, antwortet er kurz und präzise, und lässt vielleicht eine Anekdote, die zum Thema passt oder mit seiner Person zu tun hat, einfl iessen. Sehr wichtig, um dem Gegenüber Interesse zu signalisieren, sind auch Körpersprache und blickkontakt. Small Talk kann durch Üben erlernt werden - dazu bieten sich im Alltag unzählige Möglichkeiten. untersuchungen belegen, wer gut smalltalken kann, ist erfolgreicher im beruf.
Gutes benehmen erleichtert den umgang mit Mitarbeitern oder Kunden ungemein, deshalb wird in einem Vorstellungsgespräch auch darauf geachtet. Was selbstverständlich klingt, ist trotzdem enorm wichtig : beispielsweise bietet der Interviewer den Händedruck an, nicht umgekehrt, und es muss auf genügend, aber nicht zuviel Körperdistanz geachtet werden. Man steht erst auf, wenn der Interviewer aufsteht, und man beherrscht seine Ausdrucksweise (keine Kraft- oder Szeneausdrücke). Was ebenfalls nicht unterschätzt werden soll, ist der Kontakt zu Mitarbeitenden vor und nach dem Gespräch. Oft wird zum beispiel eine Sekretärin im Eingangsbereich gefragt, was sie in bezug auf benehmen und Auftreten des Interviewees für einen Eindruck hatte.
Emotionen dürfen gezeigt werden - es ist sogar wichtig, gegen Ende des Gesprächs echtes Interesse, Freude und begeisterung an der Stelle in einem vernünftigen Rahmen an den Tag zu legen. Nie sollte sich der Interviewee schlecht über den ehemaligen Arbeitgeber äussern, oder gar Vertrauliches über ehemalige Arbeitskollegen weitergeben.
Schliesslich müssen noch die organisatorischen Einzelheiten geklärt werden - wann die Entscheidung fällt, und wer sich wann bei wem meldet. Danach erfolgt die Verabschiedung - alle Anwesenden sind persönlich und mit Namen zu verabschieden. Das letzte Wort im Vorstellungsgespräch hat selbstverständlich der Interviewer.
Wer einen Zusatz-Effort leisten möchte, kann sich am selben oder am nächsten Tag in einer E-Mail für das gute Gespräch bedanken, und das Interesse an der Stelle noch einmal betonen. Nach einer Woche ist es legitim, telefonisch mit dem Interviewer Kontakt aufzunehmen und nachzufragen.
Es zeigt sich also ganz klar : es braucht zum Erfolg mehr als eine beeindruckende bewerbungsmappe. Sogenannte "Soft Skills" wie Small Talk und gute Manieren werden immer wichtiger und oft bereits im Vorstellungsgespräch eruiert. Wer darüber verfügt, kann im Schlussteil des Gesprächs noch einmal punkten - und zudem im Geschäftsleben langfristig erfolgreicher werden.
(04.05.2009)