Für dich ist die mühsame Zeit der Stellensuche zu Ende. Du hast einen Job gefunden und willst ihn natürlich auch behalten ! Lies den nachfolgenden Text, um Fehler während der dreimonatigen probezeit zu vermeiden.
Bevor es losgeht, hier eine Definition der probezeit : Es handelt sich dabei um jene Zeit, welche die drei ersten Monate des Vertrages dauert, während der der Arbeitgeber sowie der Angestellte ohne Schwierigkeiten entscheiden kann, den Arbeitsvertrag aufzulösen. Manchmal ist im Vertrag festgelegt, dass im Falle einer Vertragskündigung eine Frist von einer Woche respektiert werden muss. Die probezeit erlaubt es vor allem dem Arbeitgeber, sich bewusst zu werden, ob die angestellte Person dem gesuchten Profi l entspricht und ob sie fähig ist, die Anforderungen zu erfüllen.
Du musst dir nicht allzu viele Sorgen machen, denn du hast ja schon eines oder mehrere bewerbungsgespräche bestanden und das heisst, dass du dem gesuchten Profi l entsprichst. Die Arbeitsgeber haben keine Lust, ein zweites Mal die Energie aufzubringen, um jemand anderen zu suchen. Vergiss also nicht, dass beide Seiten daran interessiert sind, dass die probezeit so gut wie möglich verläuft.
Was bringt die probezeit?
Du kannst es als Stress empfinden, drei Monate auf probezeit zu sein ohne sicher zu sein, ob du deinen Job, den du endlich gefunden hast, auch behalten kannst. Aber diese Zeit hat auch Vorteile für dich...
Sie erlaubt es dir, dir bewusst zu werden, ob dir die Arbeit entspricht. und wenn dieser Job wirklich nicht dein Ding ist, hast du oftmals eine Woche Zeit, um deinen neuen Arbeitgeber zu benachrichtigen.
Jeder neue Job braucht eine Eingewöhnungsphase. Du kannst ja nicht gleich so effizient wie die anderen Angestellten arbeiten. Du musst dich zuerst an den Rhythmus gewöhnen, an die Methoden und an die Art und Weise, wie die Firma funktioniert. Auch wenn du ein Studium gemacht hast, hat die Arbeit bestimmt Aspekte, die du noch nicht kennst und diese drei Monate erlauben es dir, dich ans Niveau der anderen anzupassen. Die probezeit bietet auch die Möglichkeit, nach drei Monaten eine Zwischenbilanz zu ziehen und mit deinem Arbeitgeber ein Evaluationsgespräch zu führen. Ihr werdet über die geleistete Arbeit diskutieren können, darüber reden, was funktioniert hat, was ein bisschen schwieriger war und die nächsten Schritte festlegen. Vergiss nicht, dass dies auch die Möglichkeit ist, deine Ansichten auszudrücken. Gib dich nicht damit zufrieden, nur zuzuhören was dein Arbeitgeber zu sagen hat, sondern berichte ihm auch von deinen beobachtungen und Überlegungen zu deiner Arbeit.
Wie für das bewerbungsgespräch ist es auch während der probezeit wichtig, so authentisch wie möglich zu bleiben. Du wirst die Tendenz dazu haben, dich so wie die anderen zu verhalten, was beweist, dass du anpassungsfähig bist. pass aber auf, deine persönlichkeit und deine Kompetenzen nicht ganz auf die Seite zu schieben. Du bist wegen deiner Qualitäten und pluspunkte ausgewählt worden. Das Team kann mit einem neuen Angestellten dazu gewinnen, der seine Sicht der Dinge und neue Ideen mitbringt. Ein neuer Mitarbeiter hilft auch dabei, bereits eingefahrene Arbeit in Frage zu stellen um sie zu verbessern.
Auch wenn du in der Firma neu bist, wird man schnell von dir erwarten, einsatzfähig zu sein. Darum musst du genau wissen, was man von dir erwartet. Es ist nützlich, ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber zu führen oder mit dem Team, um deren Erwartungen zu kennen. Du wirst erfahren, welche die prioritäten sind und deine Arbeit wird für dich klarer werden, wenn du genau weisst, was du leisten musst während dieser drei Monate. Es ist empfehlenswert, dass du dich direkt bei deinem Chef informierst, um sicher zu wissen, was er von dir erwartet. Kollegen, die dir eigentlich helfen möchten, können sich manchmal täuschen, was zu Missverständnissen und unnötigen Spannungen führen kann.
Die Kommunikation ist also von Anfang an das A und O. Geniere dich nicht, Fragen zu stellen, wenn es unklarheiten gibt. Du bist neu und hast daher das Recht dazu, nicht alles zu wissen und Zweifel zu haben. Fragen zu stellen zeigt auch, dass du neugierig und motiviert bist zu lernen.
Moment, das Team und dessen Funktionen kennenzulernen. Du wirst schnell herausfi nden, wer zur Verfügung steht, um dir zu helfen und wer weniger.
Auch wenn deine Kollegen nicht deine besten Freunde werden müssen, ein gutes Verhältnis ist sehr wichtig. Eine gute Integration im Team wird deinem Chef bestätigen, dass du für diesen posten die/der Richtige bist.
Es ist wichtig, dass du dich von Anfang an in die Firmenkultur einfügst. Dafür ist es nützlich, das Verhalten deiner Kollegen zu beobachten. Wenn du zum beispiel fl exible Arbeitszeiten hast und die anderen Angestellten zwischen 8 uhr und 8.30 uhr mit der Arbeit beginnen, vermeide es, um 7 uhr anzufangen oder erst um 9 uhr, auch wenn dies erlaubt ist. Du kannst dies immer noch nach der probezeit ändern, indem du zum beispiel erklärst, dass du früh am Morgen produktiver bist oder dass du einen langen Arbeitsweg hast.
Während der probezeit verlangt man von dir, dich anzupassen, aber sei nicht übereifrig. Es ist unnötig, mehr machen zu wollen, als von dir verlangt wird. Du kannst zeigen, dass du motiviert bist, aber konzentriere dich auf die Aufgaben, die von dir verlangt werden.
Wie schon erwähnt, am Ende der probezeit wirst du deine Meinung sagen können und mehr Eigeninitiative zeigen. Mit Ausnahme von berufen, wie zum beispiel im künstlerischen bereich, wo natürlich von Anfang an verlangt wird, kreativ und originell zu sein.
Dein Arbeitgeber wird beobachten, wie du mit Zeit umgehen kannst. Für ihn ist es wichtig zu sehen, dass du die dir zugeteilten Aufgaben in der dir zur Verfügung gestellten Zeit erledigst. Du musst auch zeigen, dass du fl exibel bist und mit unvorhergesehenem umgehen kannst. Damit es dir gelingt, deine Zeit gut einzuteilen, kannst du einen Wochenplan mit realistischen Zielen erstellen.
Wenn du das Gefühl hast, nicht genügend Zeit zur Verfügung zu haben, beobachte, wie deine Kollegen vorgehen. Vielleicht beginnen sie zuerst mit den administrativen Aufgaben, damit sie sich für den Rest des Tages nicht mehr damit beschäftigen müssen. Wichtig ist, dass du reagieren kannst und weisst, wo die prioritäten liegen.
Es stimmt, dass du dich nicht ausbeuten lassen sollst, aber du solltest trotzdem nicht zu genau sein mit den Überstunden. Du bist in einer Versuchsphase, deswegen ist es normal, dass du ein bisschen länger als andere brauchst, die Aufgaben zu erledigen, vor allem wenn es das erste Mal ist, dass du eine bestimmte Arbeit ausführst.
Sei nicht zu fordernd mit dir selber. Es ist normal, dass du bestimmte Fehler machst und dass du nicht so produktiv bist wie du gerne sein würdest. Sei geduldig, die Arbeit wird im Laufe der nächsten Monate einfacher werden. Du wirst dich an die Arbeit gewöhnen und die Aufgaben schneller und leichter erledigen.
Wenn du anfängst, dich abzuwerten und zu stressen, kann das deine Entwicklung und deine Arbeit behindern. Vergiss nicht, dass viele neue Informationen auf dich einprasseln und dass es Zeit braucht, diese zu speichern.
(04.05.2009)