haut-logo
 
 
 

tipps > Heft 007

Das Empfehlungsschreiben

Wer kann es dir verfassen und wie?

Du hast dein Studium beendet und möchtest nun in die Arbeitswelt einsteigen. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass es sehr wichtig ist, sich genügend Zeit für gute bewerbungsunterlagen zu nehmen. Es ist sehr nützlich, wenn du ein oder mehrere Empfehlungsschreiben beifügst. Du hast bestimmt wenig berufl iche Erfahrungen und so ein Schreiben ist ein gutes Mittel, aus den anderen Kandidaten hervorstechen.

An wen kann man sich wenden?

Du kannst natürlich einen namhaften professor fragen, der auch ausserhalb der universität bekannt ist. Aber wenn dieser dich nicht persönlich kennt, wird das Schreiben nicht sehr authentisch sein und deine Qualitäten nicht refl ektieren. Wähle also lieber einen Dozenten, der dich kennt, mit welchem du während des Studiums in Kontakt warst. Manchmal bist du vielleicht auch einem Assistenten näher als dem professor selber. Ausserdem stehen einem die Assistenten oftmals mehr zur Verfügung und sie sind eher bereit dazu, den Studierenden zu helfen. Wenn dies bei dir der Fall ist, kannst du den Assistenten fragen, das Empfehlungsschreiben zu verfassen und anschliessend den Dozenten bitten, dieses zu unterschreiben. Der professor wird bestimmt auch froh sein, nicht selber die Zeit aufbringen zu müssen, das Schreiben abzufassen...

Man kann den professor auch gemäss eines bestimmten Faches aussuchen. Denn das Empfehlungsschreiben wird natürlich mehr Gewicht haben, wenn es von jemandem geschrieben wurde, der sich in dem Gebiet auskennt, für welches du dich bewirbst. Wenn du es aber trotzdem vorziehst, einen Dozenten zu wählen, mit welchem du einen besonders guten Kontakt hattest, sollte er im Schreiben erklären, inwiefern er fi ndet, dass du deinem zukünftigen Arbeitgeber nützlich sein kannst.

Eine weitere person, die geeignet ist, ein Empfehlungsschreiben zu verfassen, ist dein praktikumsmeister. Der Vorteil dabei ist, dass diese person dich arbeiten gesehen hat. Sie wird also aufschreiben können, wie du dich im berufl ichen Umfeld entwickelst. Ausserdem kennt sie die Herausforderungen des berufs und kann erwähnen, dass du sie auch verstanden hast. Sie hat deine Arbeit während mehreren Monaten verfolgt und deine Entwicklung gesehen. Deswegen wird das Schreiben persönlich und authentisch sein.

Es ist manchmal schwierig, seinen Arbeitgeber um ein Empfehlungsschreiben zu bitten, da dies heisst, dass du die aktuelle Stelle verlassen wirst. Frage nicht danach, wenn ihr einen Konfl ikt habt. Es gibt allerdings mehrere Situationen, in welcher dir dein Arbeitgeber ein aussagekräftiges Empfehlungsschreiben erstellen kann. Wenn du zum beispiel einen kleinen Job neben dem Studium hast, ist klar, dass du den posten verlassen wirst, wenn du dein Diplom in der Tasche hast. Oder vielleicht ist dein Arbeitsvertrag ja auch nur von einer begrenzten Zeitspanne. Oder du ziehst zu weit weg von deinem alten Arbeitsplatz...Die umstände können also dazu führen, dass du eine neue Arbeit suchst, ohne dass dein aktueller Arbeitsgeber gegen diese Entscheidung ist. Nimm in diesen verschiedenen Situationen die Möglichkeit wahr und frage nach einem Empfehlungsschreiben.

Sogar im Falle einer Kündigung kannst du um ein Empfehlungsschreiben bitten, wenn dir aus finanziellen Gründen gekündigt wurde und nicht, weil man mit deiner Arbeit nicht zufrieden war. Genau wie der praktikumsmeister hat auch der Arbeitgeber gesehen, wie du gearbeitet hast und ist somit gut geeignet, darüber zu schreiben.

Was darin vorkommen sollte

Wie für alle Schreiben, die der bewerbungsmappe beigelegt werden, muss auch das Empfehlungsschreiben nach formellen Regeln verfasst sein. Das heisst, dass darin der Ort und das Datum vorkommen müssen und in formeller Weise geschrieben wird (Herr, Frau, Siezen, usw). Dein Name und Vorname müssen natürlich auch erscheinen.

Es ist vor allem wichtig, dass deine Qualitäten und pluspunkte erwähnt werden. Der Sinn eines solchen Schreibens ist es, dem Leser Lust zu machen, dich zu treffen, dass er sich eine genauere Idee von dir machen kann und dass er versteht, dass du der richtige Kandidat für den posten bist. Es ist unnütz, deinem Dossier ein standardisiertes Empfehlungsschreiben beizufügen, dass für irgendeine person hätte geschrieben sein können. Es muss von dir und deinen Kompetenzen sprechen.

Wenn die person, die das Schreiben anfertigt, dich bei der Arbeit beobachtet  hat, kann sie auch davon berichten, wie du in dem Team integriert warst und wie du mit anderen zusammengearbeitet hast. In einem Satz kann auch erwähnt werden, was deine Kollegen an dir schätzten.

Nimm dir Zeit, das Empfehlungsschreiben durchzulesen und frage nach Veränderungen, wenn du den Eindruck hast, dass dies nötig ist. Du kannst auch vorschlagen, diesen oder jenen Aspekt noch hinzuzufügen, der vergessen wurde.

(04.05.2009)

 
 
powered by kesako