tipps > Heft 006

Ein Stellenangebot entziffern...

... um alle Chancen auf deiner Seite zu haben

Auf Stellenangebote, besonders auf die, welche via Internet verbreitet werden, bewerben sich oft hunderte von Interessenten. Um deine Zeit nicht zu verschwenden und deine Chancen auf die Stelle zu erhöhen, gibt es verschiedene Mittel ein Inserat zu entschlüsseln.

Dies hilft dir einerseits, die Relevanz des Angebotes zu erkennen und ermöglicht dir andererseits, eine Bewerbung nach Mass zu schreiben.

Im Idealfall sollte dein Lebenslauf in jeder Bewerbung anders präsentiert und speziell an die zu vergebende Stelle angepasst werden. Dafür musst du zunächst die Stellenanzeige gründlich lesen, denn sie enthält wertvolle Auskünfte über die jeweilige Firma. Recherchiere ein wenig und sammle weitere Informationen, um dir ein besseres Bild der Firma machen zu können.

-Eine kurze Anzeige deutet zum Beispiel darauf hin, dass deine Bewerbung auch kurz gefasst werden sollte. Bei einer bebilderten Anzeige hingegen, ist eher eine kreative Bewerbung gefragt.

- Alle Auskünfte über das Unternehmen (Grösse, Tätigkeit, usw.) können beim Verfassen des Briefes nützlich sein. Auch während des Vorstellungsgespräches wird es ein Pluspunkt sein, gut über das Unternehmen informiert zu sein. Dies zeigt dein Interesse an einer Anstellung.

- Eine Anzeige enthält sowohl Informationen über den zu vergebenden Posten als auch über das gewünschte Profil des Bewerbers. Hierbei kann zwischen den objektiven Qualitäten (Ausbildung, Diplome) und den subjektiven Qualitäten (Teamfähigkeit, Offenheit) unterschieden werden.

- Die Anzeige enthält ausserdem praktische Informationen zu Antwortfrist und gewünschter Bewerbungsart (per post oder Mail; mit Foto). Damit deine bewerbung nicht direkt im Mülleimer landet, musst du diese Vorgaben unbedingt einhalten.

Nun kannst du einschätzen, ob dein persönliches Profil dem gewünschten entspricht. Wenn ja, solltest du die für die Anforderungen relevanten Abschlüsse, Kenntnisse und Erfahrungen in deinem Lebenslauf hervorheben. Hilfreich ist hierzu, eine Liste mit den in der Stellenanzeige genannten Anforderungen zu erstellen und sie mit deinen Fähigkeiten abzugleichen. Darauf kannst du beurteilen, inwiefern du den Erwartungen entsprichst (ganz und gar, mittelmässig, gar nicht).

Hier noch einige Tipps, um eine Anzeige richtig zu entschlüsseln: Wenn eine Eigenschaft, Ausbildung, Sprache oder ein Diplom "verlangt" wird, welche du nicht vorweisen kannst, brauchst du deine bewerbung gar nicht erst abzuschicken, denn diese Kriterien entscheiden, ob du in die engere Auswahl kommst. Wenn eine Eigenschaft "gewünscht" wird, so ist sie nicht entscheidend, könnte aber doch den Unterschied zwischen zwei bewerbern ausmachen.

Die Erfahrungsanforderung hat auch ihren eigenen Kodex. Wenn eine einbis zweijährige Erfahrung "erforderlich" ist, heisst das, dass der posten für einen jungen Diplomierten, der bereits ein ähnliches praktikum absolviert hat, gedacht ist.

Wird nach einer zwei- bis dreijährigen Erfahrung gefragt, so wird ein bewerber gesucht, der eine mehrjährige praxiserfahrung in diesem gebiet vorweisen kann. Solltest du diese Erfahrung nicht vorweisen können, überlege dir, ob deine Kenntnisse dennoch ausreichend sind und, wenn ja, ob du andere relevante Erfahrungen einbringen kannst. Wenn die Anzeige eine über fünfjährige Erfahrung "fordert", wird eindeutig ein Experte gesucht. In diesem Fall musst du die verlangten Erfahrungen unbedingt vorweisen können.

Hilfreich ist auch, ein Raster zu erstellen. Entscheide für jeden punkt, den du in der bewerbung erwähnen willst, ob du ihn im Lebenslauf oder in deinem bewerbungsbrief einbringen willst. Mit diesem System wirst du nichts Wichtiges vergessen. Hast du dein Raster ausgefüllt und deine Chancen evaluiert, brauchst du nur noch deinen Lebenslauf zu überarbeiten. Achte darauf, die punkte, die mit den im Inserat genannten Anforderungen übereinstimmen, stärker hervorzuheben. Vervollständige nun auch deinen bewerbungsbrief. Dabei kannst du ohne Weiteres die Ausdrucksweise des Inserates benützen. Überprüfe zum Schluss, ob du nun alle im Raster aufgeführten punkte erwähnt hast.

 
 
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