In der Schweiz gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten auf Hochschulebene: universitäre Hochschulen, ETH (eidgenössische technische Hochschulen), pH (pädagogische Hochschulen), FH (Fachhochschulen) und höhere Fachschulen (HF). In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Fachhochschulen, wobei wir insbesondere zwischen Vollzeit- und berufsbegleitendem Studium unterscheiden. Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?
Fachhochschule: Definition, Fächer und zulassungsbedingungen
- Definition: Fachhochschulen bieten praxisorientierte Ausbildungen an und ermöglichen einen raschen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Sie haben den Vorteil stärker berufsorientiert zu sein als beispielsweise die Universitäten. Man kann verschiedene Teilgebiete unterscheiden: Architektur, Technologie und Ingenieurwesen, betriebswirtschaft, grüne Wissenschaften, Hotellerie und gastronomie, angewandte Künste und Sport
- Fächer: 57% der Fachhochschul-Studenten haben sich für die allgemeinen bereiche Ingenieurwesen, Wirtschaft und Design entschieden. gesundheits, Sozialwesen und Künste ziehen 21,5%, pädagogische Fachhochschulen 20% der Studenten an.
- zulassungsbedingungen: Obwohl interkantonal aufeinander abgestimmt, können sie dennoch von einem bereich zum anderen variieren. Am einfachsten ist es, die bedingungen auf der Webseite der jeweiligen Fachhochschule anzuschauen. Hier ein Überblick über die zulassungsbedingungen: ein Sekundar II-Diplom, mit Ausnahme der berufsmatura, erfordert im Allgemeinen zusätzlich ein Jahr berufl iche Praxis für den Zugang zur Ausbildung. Die Mehrheit der FH-Studenten (51%) verfügen über eine berufsmatura, 27% über eine gymnasiale Matura (in Verbindung mit einem praktikum) und 22% über andere Diplome.
Vollzeit oder berufsbegleitend studieren? Diese Frage stellt sich beim Eintritt in eine FH: beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile!
Vollzeitstudium bedeutet, wie der Name schon sagt, dass man seine ganze zeit dem Studium widmet, da die Vorlesungen grösstenteils tagsüber stattfi nden. Meistens finden die Vorlesungen von Montag bis Freitag von 8 Uhr 30 bis 18 Uhr 10 statt, manche Wahlfächer werden auch am Abend angeboten. Die Vollzeitausbildung dauert drei Jahre, 6 Semester also. Im prinzip wird die bachelorarbeit während des letzten Semesters geschrieben. Der Vorteil gegenüber der berufsbegleitenden Ausbildung ist die kürzere Dauer und die Möglichkeit, sich hundertprozentig auf die Ausbildung konzentrieren zu können. Jede FH bietet, je nach gewähltem Fachbereich, spezifi sche Vorlesungen an.
Wer berufsbegleitend studiert, arbeitet gleichzeitig zwischen 50% und 80%. Im Allgemeinen finden die Vorlesungen an mehreren Abenden während der Woche, sowie am Samstagmorgen statt. zusätzlich zu den 16 Wochen Vorlesung pro Semester, finden während des Studienjahres auch blockkurse statt.
Der Vorteil ist, dass es auf diese Weise möglich ist, berufsleben und Studium zu vereinbaren. Folglich wird dieser Weg von Leuten gewählt, die in der berufswelt bleiben, sich aber auch weiterbilden möchten. Ein weiterer Vorteil ist, dass das gelernte direkt angewandt werden kann und so Theorie und praxis kombiniert werden. Es ist aber kein Kinderspiel, Arbeit, Studium und privatleben miteinander zu vereinbaren. Daher wird dieses Diplom umso höher bewertet, denn es zeugt von einer ausserordentlichen Fähigkeit, sich zu organisieren und mehrere Aktivitäten unter einen Hut zu bringen. Ein nicht zu unterschätzender Trumpf in einem Lebenslauf!
Aber die Arbeit, die geleistet werden muss, ist enorm und das Studium dauert auch dementsprechend länger. Im Allgemeinen acht Semester. Eine grosse portion Motivation ist für diese Herausforderung also unabdingbar.
Abschliessend gilt zu sagen, dass beide Möglichkeiten, Vollzeit- oder berufsbegleitendes Studium, Vor- und Nachteile aufweisen. Für dich geht es jetzt darum herauszufi nden, welche Option zu dir passt, je nach deinen bedürfnissen und deiner Einsatzbereitschaft. Aber soviel ist klar: du hast die Wahl!