
Ich habe aus Leidenschaft an der UNIL Literaturwissenschaften studiert, wobei ich mich mit Kunstgeschichte, Französisch und Sozialwissenschaften beschäftigt habe. Infolge einer Anzeige auf der Webpage der UNIL, hat mich die Fondation de l'Hermitagewährend meines Studiums als Buchhändlerin, anschliessend als Führerin angestellt. Zugleich arbeitete ich für eine Kunstgalerie, was mir eine zusätzliche Erfahrung im Kunstbereich einbrachte. Am Ende meines Studiums wurde eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin frei, auf die ich mich sofort beworben habe. Es hat sich gelohnt, schon während des Studiums bei der Fondation zu arbeiten, da sich ein richtiger Teamgeist entwickelt hat.
Ich bin an allen Tätigkeiten der Fondation de l'Hermitage beteiligt, von der Promotion der Ausstellungen bis hin zur Mitarbeit am Katalog in enger Zusammenarbeit mit der Konservatorin und der Direktorin. Meine Arbeit besteht darin, Leihanfragen an andere Museen zu schicken, Dokumentarforschungen vorzunehmen, didaktische Texte oder Werbetexte zu verfassen, die Texte des Katalogs zu korrigieren, Bilder auszuwählen (Plakate, Prospekte und Postkarten), beim Aufhängen der Werke zu helfen und von Zeit zu Zeit Führungen für Journalisten zu machen oder das Bestandsverzeichnis der Sammlungen vorzunehmen. Es ist ein interdisziplinärer Beruf, der zugleich eine grosse Anpassungsfähigkeit, Eigeninitiative und Eigenständigkeit erfordert sowie eine gute Koordination mit externen Geschäftspartnern und einen ausgezeichneten Teamgeist. In jeder Ausstellung entdeckt man eine neue Welt und muss neue Herausforderung auf sich nehmen, was wirklich stimulierend ist. Wie die meisten kulturellen Berufe wählt man diesen Beruf nicht des Geldes wegen, sondern aus Leidenschaft.
Der Bereich der Kunstgeschichte eignet sich nicht wirklich dafür, eine klare Berufslaufbahn zu defi nieren. Ich habe daher schon immer eine intuitive Betrachtungsweise bevorzugt, zwar mit klaren Ambitionen, aber mit fl exiblen Zukunftsaussichten. Ich habe vor, meine Diplomarbeit über die « Popblumen » von Andy Warhol zu publizieren und möchte eine Berufserfahrung in einem ausländischen Museum machen, was ich sehr bereichernd fände. Innerhalb der Fondation wären weitere wichtige Schritte, am Auswahlprozess der Kunstwerke teilzunehmen, einen wissenschaftlichen Text für den Katalog zu verfassen und bestenfalls ein Ausstellungsprojekt einzureichen.
Die Ausbildung, die zu diesem Beruf führt ist ein Master in Geisteswissenschaften, mit Kunstgeschichte als Hauptfach. Als Pluspunkte für dieses Berufsfeld gelten: Berufserfahrung in einer kulturellen Anstalt während des Studiums, eine sachbezogene Diplomarbeit, Polyvalenz und die Fähigkeit, autonom sowie auch in einem Team arbeiten zu können. Den Personen in Ausbildung empfehlen wir kleine Jobs in kulturellen Anstalten, wie Kassenarbeit, Arbeit in der Museumsbuchhandlung oder im Museumsladen, in der Cafeteria oder als Wache auszuführen, um sich mit dem Umfeld vertraut zu machen und ein Netzwerk aufzubauen. ohne aufdringlich zu werden, sollte man die Museen oder kulturellen Anstalten, die einen interessieren, immer wieder kontaktieren, damit diese an einen denken, wenn eine Stelle frei wird.