tipps > Heft 002

Coralie Brunner - Assistante junior

Assistante junior

Nach einem Wirtschaftsbachelor in Neuenburg war ich auf der Suche nach einen Beruf, der Weiterbildung, Praxis, neue Erfahrungen und hohe intellektuelle Ansprüche miteinander verbindet. Ich habe mich über verschiedene Richtungen im Wirtschaftsbereich informiert: Personalabteilungen, Finanzen, Banken. Auch an Audit-Workshops der Big Four habe ich teilgenommen. Auf ein spontanes Angebot hin wurde ich an einen Erlebnistag bei der Firma KPMG Genf eingeladen. Es folgten zwei Vorstellungsgespräche, eines davon mit einem Senior in Lausanne, der mein Wissen prüfte. Zwei Tage später bot mir der Audit-Verantwortliche für die Westschweiz einen Vertrag als Assistant Audit in Lausanne an.

Aufgaben

Unser Berufsleben wird durch die Abfolge der Aufträge strukturiert. Wir treten mit Kunden aus Unternehmen jeglicher Art in Kontakt, von Multinationalen wie Nestlé bis zu Kleinunternehmen. So prestigeträchtig es ist, ein internationales Unternehmen zu auditieren, so angenehm und lehrreich ist es für einen Assistenten, die Konten eines kleinen Unternehmens zu prüfen. Denn er hat Zugang zu allen Rubriken des Abschlusses und gewinnt so einen guten Überblick. Nach einigen Monaten Praktikum wird der ganze Studienjahrgang für sechs Monate an die Swiss Accountancy Academy geschickt. Wir besuchen wöchentlich 3 Kurstage im Hinblick auf die Modulprüfungen. Der Titel Wirtschaftsprüfer wird nach bestandenen Modulprüfungen, drei Praxisjahren und bestandener Abschlussprüfung verliehen. Ich bin zurzeit an der Akademie, in einem monat fi nden die Prüfungen statt... der Arbeitsaufwand ist beträchtlich. Die Theorie ist manchmal unverdaulich, aber unabdingbar und auch befriedigend, wenn man sie erst einmal verarbeitet und einen Zusammenhang mit der Praxis hergestellt hat.

Perspektiven

Nach der Akademie werde ich 2 Jahre bei KPMG Bern arbeiten, um mein Schweizerdeutsch zu perfektionieren. Ich habe mich vor ein paar Monaten dort beworben und es wurde problemlos akzeptiert. Mir gefällt diese Flexibilität und ich habe im Sinn, in Zukunft auch andere Länder kennen zu lernen.

Ausbildung (von André Guillet, HR KPMG)

Der Studiengang zum Auditberuf führt entweder über eine universitäre Ausbildung in Wirtschaftswissenschaften (Wirtschaftshochschule oder ähnliches, Niveau Bachelor oder Master) oder über eine Fachhochschule. Ein idealer Einstieg ist der mCCF-master (Master in Wirtschaftsprüfung, Buchhaltung und Finanzen), der von den Universitäten Lausanne und Genf gemeinsam organisiert wird. Dies ist das einzige Diplom in der Schweiz, das als gleichwertig mit den Theoriemodulen der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer der Schweizer Treuhand-Kammer gilt. Prinzipiell muss jeder Auditor diese Module zu seiner Perfektionierung und seiner berufl ichen Entwicklung besuchen. Wir empfehlen Studenten, die am Ende ihres Studiums stehen, an einem der zahlreichen Workshops teilzunehmen, die wir in unseren Räumlichkeiten für sie organisieren. Ausserdem empfehlen wir diesen Studenten vor dem Berufseinstieg wärmstens, ein Praktikum zu absolvieren oder sonstige Auslandserfahrungen zu sammeln - und sei dies nur, um die Englischkenntnisse zu verbessern.

 
 
powered by [kesako]