Welche sind Ihre Rekrutierungsmethoden?
Die Stellen werden über Anzeigen auf spezialisierten Internetseiten und auf unserer eigenen Homepage ausgeschrieben. Personal für die Auslandstellen finden wir selten in der entsprechenden Region. Diese kommen meistens aus dem Ausland, vor allem aus Frankreich. Für die herkömmlicheren Stellen, die es in jedem Unternehmen gibt (Buchhaltung, Verwaltung, Informatik) nutzen wir unsere Homepage und geben Anzeigen in der Presse auf.
Sind praktische Erfahrungen für Junge, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben, erforderlich um sich für Auslandeinsätze zu bewerben?
Im Allgemeinen ja. Für Entwicklungseinsätze entsenden wir nur leitende Angestellte. Üblicherweise nur einen Vertreter pro Land, der sein Team vor Ort ausbilden muss. Das Ziel ist Arbeitsplätze zu schaffen und Humankapital im Einsatzland zu fördern. Unter diesen Umständen ist es schwierig, frisch ausgebildete junge Leute ins Ausland zu schicken. Aber wir stellen in den verschiedenen Abteilungen unseres Hauptsitzes viele Praktikanten ein. Die Praktikumsdauer variiert zwischen 3 bis 6 Monaten, unter bestimmten Umständen auch mehr. Einige Praktikanten haben die Möglichkeit, ihr Praktikum vor Ort fortzuführen.
Was sind die größten Schwierigkeiten mit denen neue Mitarbeiter in diesem Fall konfrontiert werden? Erhalten sie Unterstützung oder eine Zusatzausbildung?
Für die meisten unserer Einsätze gibt es interne Schulungen, um auf die Hauptanliegen und die Einsatzart von Terre des hommes aufmerksam zu machen. Vor der Abreise verbringen die neuen Delegierten auch Zeit mit den Verantwortlichen der jeweiligen Region, die sie während des ganzen Einsatzes begleiten werden. Wenn wir Personen engagieren, dem Delegierten zur Seite stehen, werden auch diese vor ihrer Abreise instruiert. Sie bilden sich über den Kontakt mit dem Delegierten, der über mehr Erfahrung verfügt als sie, weiter.
Bieten Sie Karrierenpläne an? Wenn ja, ist Erfahrung vor Ort dazu obligatorisch?
Im Bereich der humanitären Hilfe spricht man eher von einem Werdegang als von einer Karriere. Es ist schwierig vorauszusehen, wie weit sich jemand engagieren kann. Es gibt Beförderungs- und Nachfolgermodelle, aber garantiert wird für nichts. Terre des hommes ist eine Organisation, in der die Leute gerne bleiben und es gibt wie in allen Institutionen, die Möglichkeit die Stelle zu wechseln. Unsere Größe schränkt die Möglichkeiten für Karrierenpläne ein, aber ein Grossteil unseres Kaders stammt ursprünglich aus der Basis der Organisation.
Welchen Projekten widmen Sie sich zurzeit besonders?
Unsere Entwicklungsprojekte konzentrieren sich größtenteils auf die Ernährung und Gesundheit von Mutter und Kind, gegen Kinderhandel und Ausnutzung, für Alternativen zum Gefängnis für minderjährige Straftäter, für Straßenkinder oder solche die von Aids betroffen sind. Unsere Notfalleinsätze ermöglichen es, junge Menschen und Kinder vor Missbräuchen zu schützen - die bei humanitären Krisen immer häufiger vorkommen - und helfen Traumas durch körperliche, unterhaltsame oder künstlerische Aktivitäten zu überwinden.
Arbeiten Sie mit anderen Nichtregierungsorganisationen (NROs) zusammen?
Ja, natürlich. Es gibt vor Ort Koordinatoren, die in Notfällen alles koordinieren. Diese Aufgabe wird zum Beispiel häufig von den Uno- Agenturen übernommen. Terre des hommes arbeitet auch oft mit NROs aus südlichen Ländern vor Ort zusammen, um Projekte mit ihnen und nicht parallel zu ihnen zu realisieren. Gemeinsam sind wir stark. Es gibt auch in der Schweiz ein Netzwerk für Kinderrechte, in dem Terre des hommes das Amt des Vizepräsidenten innehält.
Was für Profile suchen Sie für die verschiedenen Stellen innerhalb der NRO?
Je nach Stelle sind die Profile sehr unterschiedlich. Für unseren Stammsitz suchen wir diverse Profile für verschiedene Bereiche: Fundraising, Verwaltung und Finanzen, Informatik, Kommunikation, Personalwesen, usw. Für die Projektländer arbeiten ausschließlich erfahrene Personen, Verwalter oder Spezialisten, in unseren Einsatzbereichen. Jede Stelle hat zwar ihre eigenen technischen Merkmale, generell suchen wir aber umgangsfähige Personen mit einer soliden humanitären Ader und unternehmerischem Flair.
Ich bin noch Student. Kann ich bereits im lokalen Rahmen an einigen Ihrer Projekte teilnehmen?
Durchaus. Wir haben 52 lokale Freiwilligensektionen in der Schweiz, die sich mit Fundraising-Aktionen und Sensibilisierung der Bevölkerung in jeder Region für unsere Organisation einsetzen.