
Auf der Suche nach einem Job treffen Studenten auf Schwierigkeiten verschiedener Art: einerseits müssen sie das Studium abschliessen und andererseits müssen sie sich um einen Job für die Zeit nach dem Studium kümmern. Die Überlegungen im Zusammenhang mit der Berufswahl treten dabei manchmal etwas in den Hintergrund. Oftmals wählen Studenten ihre Fächer nach Gutdünken und ohne dabei über ihre berufliche Zukunft nachzudenken. Hier bist du gefragt: Wissen anzuhäufen reicht nicht, denn man sollte eine Strategie ausarbeiten, die die Nützlichkeit des Studiums für dich und für den Arbeitsmarkt mit einbezieht. Eine andere Schwierigkeit: Studenten wissen oft nicht genau, wie sie sich ein hilfreiches Netzwerk erarbeiten können. Keine Angst, diese Lücke kann leicht gefüllt werden, indem man sich in Vereinen engagiert, berufstätige Leute trifft, Praktika macht oder sich einen Sommerjob zulegt. Sicher hast du im Laufe deines Studiums auch Erfahrungen erworben, die du nun als Trümpfe ausspielen kannst: so hast du bestimmt eine gute Arbeitsmethode entwickelt, Erfahrungen in Recherche gemacht und dein Studium hat dir zu einem offenen Geist verholfen.
Der Erfolg eines Bewerbungsgespräches hängt in erster Linie von der Vorbereitung ab. Du solltest nämlich nicht nur die Stelle wählen, sondern auch wissen, was dabei auf dich zukommt. Bevor du mit der Arbeitssuche beginnst, ist es daher sinnvoll, dass du über deine Persönlichkeit, dein Wissen und deine Talente nachdenkst und eine passende Umgebung suchst, die dich anregt. Erst wenn du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst bist, kannst du dich und deine Leistungen in einem Bewerbungsgespräch optimal verkaufen.
«Für welche Arbeit bin ich gemacht?» Sich diese Frage zu stellen lohnt sich, wenn du dich eher an dem orientieren willst, was du bist und nicht an dem, was du sein möchtest. Zur Beantwortung gibt es zwei mögliche Ansätze: der Erste bedingt eine Selbstbeobachtung und der Zweite besteht darin, eine persönliche Bilanz zu erstellen. Du machst am besten eine Standortbestimmung, in der du deine Fähigkeiten und die Motivation bestimmst. Die Selbstbeobachtung hat den Vorteil verschiedene Verhaltensweisen aufzuzeigen. Diese Verhaltensweisen sind an Interessen gebunden, mit denen du dich identifizieren kannst. Es gibt dabei verschiedene Kategorien von Menschen, so zum Beispiel die Realisten, der soziale Typ, die Unternehmer, der Recherche-Typ, die Konventionellen und die Künstlerischen. Die Bilanz fasst hingegen deine Ziele zusammen. Am besten listest du zu Beginn deine Kompetenzen und Motivationen auf. Unabhängig davon, wie dein persönlicher Weg und deine Prioritäten aussehen, musst du anschliessend ein Berufsziel erarbeiten. Im Rahmen dieser Überlegung solltest du auch die Meinung deiner Umgebung zu deiner Persönlichkeit herausfinden, damit du ein Bild davon bekommst, wie dich andere sehen. Versetze dich auch in deinen zukünftigen Arbeitgeber und frage dich, welche Anforderungen er an junge Absolventen haben könnte.
Das Projekt Berufswahl erstreckt sich auf einen mittleren bis langen Zeitraum und trägt einige Züge des Karriereplans. Es geht darum, dein Berufsprojekt in deine Laufbahnvorstellungen einzubetten. Es ist deshalb nützlich, dass du dich in die Zukunft versetzst und dir die Frage stellst, wie deine berufliche Situation in 5 oder 10 Jahren aussehen könnte. Die Berufswahl muss realistisch sein und die Gegebenheiten des Arbeitsmarktes mitberücksichtigen. Zudem muss sie auch in Bezug auf deine eigenen Kompetenzen realisierbar sein. Um das Phantombild der idealen Stelle zu präzisieren, sollst du dir einige Fragen über die Art der Arbeit stellen, die dir gefallen könnte: «Mit wem möchte ich arbeiten?», «Wo möchte ich meinen Beruf ausüben?», «Wie sieht mein ideales Arbeitsumfeld aus?», «Welches sind meine Prioritäten?» usw. So verschieden die Antworten auch ausfallen können: das Wichtigste ist, dass du dich in diejenige Richtung bewegst, in der du zu Höchstleistungen fähig bist!
Eine Bilanz zu ziehen und ein Berufsziel zu formulieren ist das Eine. Dieses Ziel zu erreichen ist das Andere. Du musst dich nun über Berufe, Funktionen, Arbeitssektoren oder zu kontaktierende Firmen informieren, um deine beruflichen Zielgruppen zu bestimmen. Diese Technik bringt einige Vorteile mit sich: du kennst die Bedürfnisse der Firmen, schreibst passende Bewerbungsbriefe, die du direkt an die verantwortliche Person schickst und du kannst über Argumente für das Vorstellungsgespräch nachdenken. Lege dir für jede Firma, die dich interessiert, eine Mappe an, in der du die erhaltenen Informationen ablegen kannst. Wo findest du denn überhaupt Informationen? Die Quellen sind vielfältig: Berufsdokumentationszentren, Bibliotheken und natürlich das Internet. Das dabei angesammelte Wissen kann beim Verfassen eines Bewerbungsschreibens oder beim Vorstellungsgespräch entscheidend sein.
Um die Frage «welche Firma könnte sich für meine Bewerbung interessieren?» zu beantworten, solltest du dich mit dem gesamten Markt und den makroökonomischen Voraussetzungen beschäftigen. Danach ist es nützlich, «deinen» Arbeitsmarkt abzugrenzen. Du kannst damit deine Suche besser organisieren und die Reichweite deines Betätigungsfeldes ausloten. Die Suche sollte sich besser nicht nur auf einen Stellentyp oder ein bestimmtes Unternehmenssegment beschränken. Wenn du weisst, in welchen anderen Funktionen oder Firmen du dein Wissen noch gebrauchen kannst, ist das ein Schritt hin zu der von den Arbeitgebern immer wieder geforderten Flexibilität.
Bevor du in eine Firma einsteigst, ist es wichtig, dass du dich über ihre Organisation, ihr Funktionieren, ihre Abteilungen und ihr Arbeitsklima informierst. Firmen haben eine Geschichte, die ihre Identität ausmacht. Diese «Persönlichkeit», meist Firmenkultur genannt, muss jeder kennen, der sich bewerben möchte. Eine gelungene Integration hängt teilweise davon ab, wie du und die Firma zusammenpassen. Auch wenn einige Unternehmen Ausbildungen anbieten, stehen aber meistens Autonomie und Anpassungsfähigkeit an erster Stelle. Eine Gesamtschau der Firma zu haben ist unerlässlich. Deshalb macht es Sinn, seinen Kollegen Fragen zu stellen und die professionellen Beziehungen zu beobachten, um rasch Bezugspunkte zu finden.
Die Versuchszeit dient dazu, die beruflichen Fähigkeiten eines jungen Arbeitnehmers zu testen, ist aber vor allem für den Arbeitgeber eine Beobachtungsphase. Du wirst hauptsächlich in Bezug auf deine Auffassungsgabe, Kommunikation, Integration in das Team, Arbeitsorganisation und deine Initiativen bewertet. Um diese Etappe mit Glanz zu bestehen, gilt es einige Regeln zu beachten. Erst einmal solltest du bescheiden bleiben: gib über dein Verhalten zu verstehen, dass du da bist, um zu lernen und dass man sich auf dich verlassen kann. Pass auf Stolpersteine auf: bevor du eine Entscheidung triffst oder einen Vorschlag machst, solltest du deine Vorgesetzten informieren. Sobald du als vollwertiges Mitglied eines Teams angesehen wirst, wirst du deine Sicht der Dinge einbringen können und so am Erfolg der Firma mitarbeiten.